Wer in der Stadt einen praktischen Viersitzer sucht, stößt schnell auf den Smart Forfour – ein Modell, das zwischen 2004 und 2021 in zwei Generationen gebaut wurde. Der ADAC (deutscher Automobilclub) führt den Kleinwagen mit vier bis fünf Sitzplätzen und Frontantrieb. Dieser Artikel zeigt, was den Forfour ausmacht, welche Kosten und Probleme Käufer erwarten und warum er heute nicht mehr im Neuwagenregal steht.

Bauzeit (1. Generation): 2004–2006 ·
Bauzeit (2. Generation): 2015–2021 ·
Sitzplätze: 4–5 ·
Länge (1. Generation): ca. 3,75 m ·
Motorvarianten: Benziner (52–109 kW) und Elektro ·
Gebrauchtpreis (ab): ca. 3.000 €

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Zwei Generationen: 2004–2006 (W454) und 2015–2021 (W453) (ADAC)
  • Vier bis fünf Sitzplätze, Frontmotor, Frontantrieb (Wikipedia)
  • Benziner (52–109 kW) und Elektroversion (smart EQ forfour) (AutoScout24)
2Was unklar ist
  • Genaue Verkaufszahlen pro Modelljahr
  • Unabhängige Langzeit-Zuverlässigkeitsstudien fehlen
  • Preisschwankungen je nach Region und Ausstattung
3Zeitleisten-Signal
  • : Einführung 1. Generation (W454)
  • : Produktionseinstellung W454
  • : Wiederbelebung als 2. Generation (W453)
  • : Endgültige Produktionseinstellung
4Wie es weitergeht
  • Smart konzentriert sich auf reine Elektro-Kleinwagen – kein direkter Nachfolger geplant (auto motor und sport)
  • Gebrauchtwagenmarkt bleibt relevant, besonders die günstigen Einstiegsmodelle der ersten Generation (auto motor und sport)

Sieben Schlüsseldaten zum Smart Forfour auf einen Blick – von der Markenherkunft bis zum Antriebskonzept.

Merkmal Wert
Marke Smart (Daimler)
Modell Forfour
Klasse Kleinwagen
Sitzplätze 4–5
Produktionszeitraum 2004–2006 und 2015–2021
Karosserie 5‑türig
Antrieb Frontmotor, Frontantrieb

Ist ein Smart Forfour ein gutes Auto?

Um diese Frage zu beantworten, hilft ein Blick auf die Vor- und Nachteile, die Käufer immer wieder nennen.

Vorteile des Smart Forfour

  • Wendigkeit im Stadtverkehr: Mit einem Wendekreis von unter 11 Metern (ADAC) parkt der Forfour selbst in engen Lücken.
  • Platzangebot: Vier Erwachsene sitzen für die Fahrzeugklasse ordentlich – das betont auch auto motor und sport (deutsche Automobilzeitschrift).
  • Günstiger Einstieg: Gebrauchte Exemplare der ersten Generation sind schon ab etwa 3.000 € zu haben (AutoScout24).

Nachteile des Smart Forfour

  • Verarbeitungsqualität: Viele Besitzer berichten von durchschnittlicher Materialanmutung und knarzenden Innenraumteilen.
  • Reparaturanfälligkeit: Car Recalls EU (europäische Rückrufdatenbank) listet den Fortwo/Forfour unter den „am wenigsten zuverlässigen Fahrzeugen“ des ADAC – mit Problemen an Anlasser, Getriebe und Batterie.
  • Hoher Neupreis: auto motor und sport weist darauf hin, dass der Forfour als Neuwagen relativ teuer war.

Fahrgefühl und Alltagstauglichkeit

Das automatisierte Schaltgetriebe (Softouch) ruckelt vor allem im Stop-and-Go-Verkehr, wie Car Recalls EU anführt. Wer hauptsächlich Kurzstrecken in der Stadt fährt, profitiert jedoch von der geringen Größe und dem niedrigen Verbrauch (ca. 5,5–6,5 l/100 km beim Benziner). Die zweite Generation (W453) bietet verbesserte Fahrwerksabstimmung und mehr Sicherheitsfeatures wie ESP und mehrere Airbags serienmäßig.

Fazit: Der Smart Forfour ist kein Langstreckenfahrzeug, aber ein agiler Stadtautomobil. Für Pendler, die hauptsächlich innerstädtisch unterwegs sind, ist er eine praktikable Option. Familien mit zwei Kindern sollten die Sitzprobe machen – der Fond ist knapp, aber nutzbar.

Was das bedeutet: Der Forfour erfüllt seine Rolle als City-Car gut, scheitert aber an den Ansprüchen eines Allrounders. Käufer sollten wissen, worauf sie sich einlassen.

Wie viel kostet ein Smart Forfour?

Die Preisspanne ist breit – vom günstigen Erstgenerations-Exemplar bis zum jungen Gebrauchten mit Elektroantrieb.

Gebrauchtpreise nach Baujahr

  • Erste Generation (W454, 2004–2006): ab etwa 3.000 €, je nach Zustand und Laufleistung (AutoScout24).
  • Zweite Generation (W453, 2015–2021): 5.000–12.000 €. Modelle mit wenig Kilometern und guter Ausstattung liegen am oberen Ende (mobile.de Magazin (Gebrauchtwagenbörse)).
  • Smart EQ Forfour (2017–2021): gebraucht ab ca. 8.000 € (AutoScout24 Deutschland).

Neupreis damals

Der Listenpreis des Forfour lag bei Markteinführung der zweiten Generation zwischen 12.000 und 20.000 €, abhängig von Motorisierung und Ausstattung (Carwow (Kaufberatungsplattform)). Die Elektroversion war mit rund 22.000 € (vor Förderung) deutlich teurer.

Unterhaltskosten

  • Kfz-Steuer: je nach Motor zwischen 30 und 90 € jährlich.
  • Haftpflichtversicherung: in der Regel günstig, da der Forfour in eine niedrige Typklasse fällt.
  • Wartung: Ölwechsel und Inspektionen liegen bei etwa 200–300 € pro Jahr – das automatische Getriebe erfordert jedoch spezielle Pflege (Car Recalls EU).
Das Sparpotenzial

Ein gut erhaltener Forfour der ersten Generation kostet heute weniger als ein gutes E-Bike. Die laufenden Kosten bleiben moderat – solange keine Getriebereparatur ansteht.

Der Punkt: Der günstige Einstiegspreis lockt, doch die Wartungskosten können bei älteren Modellen schnell steigen. Kaufinteressenten sollten eine Rücklage für das automatische Getriebe einplanen.

Warum wird der Smart Forfour nicht mehr gebaut?

Die Produktion des Forfour endete 2021 – dahinter stecken strategische und marktseitige Gründe.

Gründe für die Einstellung

Smart – eine Marke von Daimler – fokussiert sich seit 2020 vollständig auf Elektro-Kleinwagen. auto motor und sport berichtet, dass der Forfour als Verbrenner nicht mehr in das neue Markenbild passte. Die Verkaufszahlen blieben zudem hinter den Erwartungen zurück – der zweisitzige Fortwo war stets populärer.

Nachfolgemodelle

Einen direkten Nachfolger gibt es nicht. Das aktuelle Smart-Portfolio besteht aus den rein elektrischen Modellen #1 und #3, die in die Kompaktklasse vorstoßen. Mobile.de Magazin konstatiert, dass eine echte Alternative zum klassischen Smart-Stadtflitzer nicht mehr existiert, seit auch der Toyota iQ eingestellt wurde.

Marktentwicklung

Der Trend zu größeren SUVs und die steigenden Entwicklungskosten für Kleinwagen haben das A‑Segment in Europa schrumpfen lassen. Der Forfour konnte sich gegen Konkurrenten wie den VW up! oder den Hyundai i10 nicht langfristig behaupten.

Die Lücke im Markt

Wer heute einen kompakten Viersitzer mit dem Charme der Marke Smart sucht, muss auf den Gebrauchtwagenmarkt ausweichen. Die Elektro-Strategie von Smart macht den Forfour zu einem Nischenmodell mit begrenzter Zukunft.

Was das bedeutet: Der Forfour ist ein Auslaufmodell im doppelten Sinne – seine Nische wird von der Industrie kaum noch bedient. Käufer müssen mit eingeschränkter Ersatzteilversorgung auf lange Sicht rechnen.

Welche Schwachstellen hat der Smart Forfour?

Besonders die erste Generation (W454) hat einige bekannte Problemzonen, die in Foren und Prüfberichten immer wieder genannt werden.

Typische Motorenprobleme

  • Steuerkette: Beim W454 ist ein Steuerkettenrasseln beim Kaltstart häufig – ein teurer Schaden, wenn die Kette überspringt.
  • Zündspulen und Kerzen: Anfällig für Fehlzündungen, vor allem bei Nässe.
  • Ölverbrauch: Einige Motoren der zweiten Generation (W453) neigen zu erhöhtem Ölverbrauch (ADAC).

Elektrik und Elektronik

  • Elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung fallen nach einigen Jahren aus – oft korrodieren die Kontakte in den Türen.
  • Batterie des automatischen Getriebesteuergeräts kann auslaufen und Schäden verursachen (Car Recalls EU).
  • Klimaanlage: Kühlmittelverlust durch undichte Dichtungen tritt bei vielen Fahrzeugen ab dem fünften Jahr auf.

Karosserie und Rost

Besonders die Radläufe der ersten Generation sind rostgefährdet. Türkanten und die Heckklappe zeigen ebenfalls gern Korrosion. Die zweite Generation ist besser geschützt, aber nicht immun (Wikipedia).

Der teuerste Punkt

Ein Steuerkettenschaden am W454 kann je nach Werkstatt 1.000–2.000 € kosten. Daher beim Gebrauchtkauf unbedingt auf die Wartungshistorie achten.

Was das bedeutet: Die Schwachstellen sind bekannt und oft vorhersehbar. Eine sorgfältige Fahrzeughistorie und ein Check bei einem Smart-Spezialisten minimieren die Risiken deutlich.

Welche häufigen Probleme treten bei Smart Forfours auf?

Neben den grundlegenden Schwachstellen gibt es alltägliche Ärgernisse, die Besitzer immer wieder beschäftigen.

Getriebeprobleme

Das automatisierte Schaltgetriebe (Softouch) arbeitet ruckelig und schaltet bei Bergauffahrt oft unrund. Car Recalls EU führt das Getriebe als eine der Hauptquellen der ADAC-Pannenstatistik. Eine Getriebereparatur kostet schnell 1.500 €.

Bremsen

Die Bremsanlage verschleißt bei überwiegendem Stadtbetrieb überdurchschnittlich schnell. Bremsscheiben und -beläge müssen oft bereits nach 20.000–30.000 km getauscht werden (ADAC).

Klimaanlage

Ein häufiger Defekt: Die Klimaanlage verliert Kühlmittel, oft durch Mikrorisse im Kondensator oder undichte O‑Ringe. Die Reparatur kostet meist 500–800 €.

Fazit: Der Smart Forfour verlangt seinem Besitzer mehr Werkstattbesuche ab als die Konkurrenz. Für Bastler und Liebhaber des ungewöhnlichen Designs ist das verkraftbar – wer zuverlässige Alltagsmobilität sucht, greift besser zu einem japanischen Kleinwagen.

Die Konsequenz: Wer einen Forfour kauft, sollte ein Budget für Reparaturen von mindestens 500 € pro Jahr einplanen. Das ist der Preis für einen kultigen, aber nicht pflegeleichten Stadtflitzer.

Technische Daten im Überblick

Zehn Werte, die den Vergleich zwischen den Generationen erleichtern.

Eigenschaft 1. Gen. (W454, 2004–2006) 2. Gen. (W453, 2015–2021)
Länge ca. 3,75 m ca. 3,49 m
Breite 1,68 m 1,66 m
Höhe 1,45 m 1,54 m
Radstand 2,50 m 2,49 m
Leergewicht ca. 900–1.050 kg ca. 1.050–1.150 kg
Benzinmotor 1,1 l (55 kW) – 1,5 l (80 kW) 1,0 l Turbo (52–109 kW)
Elektromotor 60 kW (smart EQ)
Höchstgeschwindigkeit ca. 150–180 km/h ca. 150–180 km/h (EQ: 130 km/h)
Verbrauch (Benzin) 5,5–7,0 l/100 km 4,5–6,0 l/100 km
Kofferraum ca. 260–950 l ca. 185–975 l

Die zweite Generation ist kompakter und leichter, bietet aber ähnlichen Innenraum (ADAC).

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Vorteile

  • Sehr wendig, ideal für die Stadt
  • Günstiger Einstiegspreis auf dem Gebrauchtwagenmarkt
  • Vier Sitzplätze auf wenig Fläche
  • Geringe laufende Kosten (Steuer, Versicherung)
  • Charismatisches Design

Nachteile

  • Ruckeliges Automatikgetriebe (Softouch)
  • Hohe Reparaturanfälligkeit
  • Rost bei älteren Modellen
  • Schlechte Autobahneignung
  • Kein direkter Nachfolger, sinkende Ersatzteilversorgung

Zeitleisten-Signal

  • 2004: Einführung der ersten Generation (W454) gemeinsam mit Mitsubishi Colt-Plattform (Wikipedia)
  • 2006: Produktionseinstellung W454 – nur zwei Jahre Bauzeit
  • 2015: Wiederbelebung als zweite Generation (W453) auf Basis der Renault-Plattform
  • 2021: Endgültige Einstellung; Smart-Konzern fokussiert auf E‑Mobilität

Die Lebensdauer des Forfour betrug kumuliert rund 9 Jahre – eine kurze Karriere für ein Modell, das immerhin zwei Generationen erlebte.

Klarheit und Unsicherheiten

Bestätigte Fakten

  • Bauzeiträume beider Generationen sind dokumentiert (ADAC)
  • Sitzplatzkonfiguration: 4 bis 5 Sitze
  • Antrieb: Frontmotor, Frontantrieb
  • Produktionseinstellung 2021 – Smart setzt nur noch auf Elektroautos

Was unklar ist

  • Genaue Verkaufszahlen einzelner Modelljahre – Smart hat keine detaillierten Stückzahlen veröffentlicht
  • Detaillierte Zuverlässigkeitsstatistiken – es gibt keine unabhängige Langzeitstudie, die alle Modelle abdeckt
  • Preisschwankungen je nach Region und Ausstattung – die Gebrauchtwagenpreise variieren stark

Stimmen zum Smart Forfour

„Der Smart Forfour ist ein fünftüriges, vier- bzw. fünfsitziges Kleinwagenmodell der Marke Smart.“

Wikipedia (Online-Enzyklopädie)

„Der Smart ForFour ist ein sehr unverwechselbares und stilvolles Fünftürer-Stadtauto.“

Carwow (Kaufberatungsplattform)

„Smart Fortwo und Forfour gehörten laut ADAC zu den unzuverlässigsten Fahrzeugen – vor allem Probleme mit Anlasser, automatisiertem Schalten und Batterie.“

Car Recalls EU (europäische Rückrufdatenbank)

Unser Fazit

Der Smart Forfour ist kein Auto für jedermann. Er vereint urbanes Flair mit einer Handvoll ärgerlicher Schwächen – ruckeliges Getriebe, durchschnittliche Verarbeitung und eingeschränkter Langzeitkomfort. Wer sich der Mängel bewusst ist und ein Exemplar mit nachweislicher Wartungshistorie findet, bekommt einen günstigen und charmanten Stadtautomobil. Für den durchschnittlichen Gebrauchtwagenkäufer in Deutschland, der Wert auf Zuverlässigkeit und eine gute Ersatzteilversorgung legt, ist die Entscheidung klar: besser zu einem Toyota Aygo oder Hyundai i10 greifen – oder den Forfour nur mit Budgetpuffer für Reparaturen kaufen.

Eine detaillierte Aufstellung der Smart Forfour Schwachstellen und Preise bietet ein separater Ratgeber, der sich auf die häufigsten Probleme konzentriert.

Häufig gestellte Fragen

Welche Reifengröße hat der Smart Forfour?

Die erste Generation (W454) fährt meist auf Reifen der Größe 165/65 R15 vorne und 185/60 R15 hinten. Die zweite Generation (W453) verwendet häufig 185/60 R15 oder 195/55 R16, je nach Ausstattung.

Wie viele Kilometer hält ein Smart Forfour im Durchschnitt?

Bei guter Pflege sind 150.000 bis 200.000 Kilometer realistisch. Der Motor selbst ist langlebig, aber Getriebe und Elektrik geben oft früher auf.

Welche Ölsorte wird für den Smart Forfour empfohlen?

Für die Benzinmotoren der ersten Generation empfiehlt sich 5W‑40 oder 10W‑40 nach Spezifikation ACEA A3/B4. Bei der zweiten Generation kommt meist 5W‑30 Longlife-Öl zum Einsatz – immer das Handbuch prüfen.

Gibt es einen Smart Forfour mit Allradantrieb?

Nein. Alle Forfour-Modelle haben Frontantrieb. Allrad war nie erhältlich.

Ist der Smart Forfour für die Autobahn geeignet?

Bedingt. Die zweite Generation erreicht mit dem 109‑kW‑Motor bis zu 180 km/h, ist aber aufgrund des kurzen Radstands und des ruckeligen Getriebes für Langstrecken nicht optimal. Die erste Generation ist noch weniger autobahntauglich.

Welches ist das beste Baujahr des Smart Forfour?

Die zweite Generation ab Baujahr 2017 (nach dem Facelift) gilt als zuverlässigste Wahl. Die Elektroversion smart EQ Forfour ab 2019 bietet die geringste Wartungsanfälligkeit.